Schröpfen

Schröpfen ist eine alte Methode, die von modernen Therapeuten verwendet wird.

Jetzt wieder modern, wird das Schröpfen als Abnehmmethode, für Schönheit, Hautprobleme und Schmerzen in China angewandt, hat aber als naturheilkundliches Verfahren auch eine bis in die Antike reichende Tradition. Interessant ist, das Schröpfen als therapeutische Maßnahme findet sich in zahlreichen Kulturkreisen, ist auch in der westlichen Naturheilkunde, so in der Klostermedizin, fest verankert und erlebt immer wieder, wie gerade heute, eine Renaissance.

Das Schröpfen ist eine sogenannte Reflextherapie, bei der ein Heilreiz ausgeübt wird und Körperfunktionen stimuliert werden sollen. Man setzt auf die Haut kleinere, gläserne Saugglocken (Schröpfköpfe) auf, in denen mittels eines brennenden Wattebauschs ein Unterdruck hergestellt wird. Wenn die restliche Luft in der aufgesetzten Schröpfglocke abkühlt, bewirkt der entstehende Unterdruck, dass das Glas an der Haut haften bleibt und das Fleisch etwas hineingesaugt wird. Durch den verstärkten Blutfluss rötet sich die Haut.
Bisweilen wird sie vor dem Aufsetzen der Glocken eingeritzt, damit „Giftstoffe“ im Sinne der Naturheilkunde mit dem Blut aus dem Körper fließen können. Mit dem Schröpfen nach TCM behandelt man vor allem Schmerzen in den Reflexzonen seitlich der Wirbelsäule. Über diese Reflexzonen sollen nach TCM-Lehre auch innere Organe erreicht und beeinflusst werden.

Weder die chinesische, noch die abendländische Schröpftherapie wird von der evidenzbasierten Medizin, landläufig Schulmedizin genannt, wirklich anerkannt. Man kann sich zwar heute Wirkmechanismen recht gut vorstellen und in Modellen simulieren, ein wissenschaftlicher gesicherter Nachweis ist aber nicht erbracht worden. Es sind auch bei dieser sehr alten Methode noch nie valide Studien initiiert worden.

Nur der Vollständigkeit halber, eine Entgiftung im naturheilkundlichen Sinn kennt die evidenzbasierte Medizin nicht, es ist dort die Ausscheidung von Stoffwechselzwischen- und -endprodukten. Als Naturheilkundlerin bleibe ich aber gerne bei dem dort etablierten Begriff.